Messbare Lernunterstützung

Anleitung

Download

Das grundlegende Ziel von firmeninternen Schulungen besteht darin, die Mitarbeiter darin zu bestärken, das neu erlangte Wissen auf ihre Arbeit anzuwenden. Doch wenn das Erlernte nicht behalten wird, ist dieses Ziel unerreichbar. Das Erinnerungsvermögen ist das fehlende Bindeglied zwischen Lernen und Anwenden. Um diese Lücke zu schließen, haben wir ein Konzept zur Lernunterstützung, den Learning Reinforcement Plan entwickelt.

Wenn Ihnen dieses Konzept neu ist, lesen Sie zuerst “How to Overcome the Illusion of Knowing” und “How the Mobile Revolution can Overcome the Forgetting Curve”. Wie Sie dagegen die Wirksamkeit Ihres Lernunterstützungskonzepts messen und verbessern können, erfahren Sie auf den folgenden Seiten.

Warum Messgrößen zur Lernunterstützung wichtig sind

Es gibt eine Menge guter Gründe für die Messung der Fortschritte beim Lernen – und wenige, die gegen eine Analyse Ihres Learning Reinforcement Plan sprechen.

Stellen Sie sich folgendes Szenario vor: Christian leitet die Fort- und Weiterbildung einer großen Einzelhandelskette. In den vergangenen fünf Jahren hat er zahlreiche Schulungen für die Mitarbeiter mit Kundenkontakt durchgeführt. Er stellte fest, dass es ein Problem beim Wissenstransfer gab, und führte er vor zwei Jahren einen 6-wöchigen Unterstützungsplan ein, der auf die eigentliche interne Schulung folgte. Die Ergebnisse des Abschlusstests zeigen, dass die Mitarbeiter den Großteil des Wissens wiedergeben können. Allerdings weiß er noch immer nicht, in welchem Ausmaß sein Learning Reinforcement Plan den Mitarbeitern dabei hilft, das Erlernte auch nach Ende der Schulung zu behalten. Seine internen Kunden, die Betriebsleiter, wollen sichergehen, dass ihre Mitarbeiter nicht in ein paar Monaten erneut geschult werden müssen.

Was Christian braucht, sind aussagekräftige Messgrößen.

Einblicke in den Lernprozess

Der Lernprozess eines Mitarbeiters endet nicht mit dem initialen Lehrgang. Das Lernerlebnis geht in den kritischen ersten Wochen nach der Schulung weiter, wenn der Mitarbeiter zurück an seinem Arbeitsplatz ist und die “Vergessenskurve” alles daran setzt, das Erlernte zu löschen. Durch die Lernunterstützung lässt sich die Effektivität regelmäßiger Abfragen und sonstige Aktivitäten Ihres Learning Reinforcement Plan genau messen. Die Einblicke, die Sie durch die Erweiterung Ihres Blickfelds vom Lernereignis hin zum gesamten Lernprozess erhalten, sind gewaltig.

Maximieren Sie die Rendite Ihrer Lerninvestition

Die Rendite Ihrer Lernprogramme ist eng an das Erinnerungsvermögen Ihrer Mitarbeiter gekoppelt. Je besser sie das Erlernte behalten, umso besser können sie es anwenden. Je besser sie es anwenden, umso größer ist Ihr Erfolg und die Rendite Ihrer Schulungsinvestition. Für eine echte Renditemaximierung sind Messwerte unerlässlich. Und dennoch berücksichtigen viele Renditeprognosen die Erinnerung-Phase nach dem Training nicht . Dabei ist dieses Ergebnis viel wichtiger als der Abschlusstest des Trainingskurses. Mit der messbaren Lernunterstützung können Sie den Wissensstand der Lernenden in den Monaten nach dem Trainingsevent in Echtzeit bewerten. Renditeberechnungen, die sich allein auf die Abschlusstestergebnisse einer Lernveranstaltung konzentrieren, lassen die wichtigste Messgröße – nämlich die Anwendung des Erlernten – völlig außer Acht.

Lernende stärken

Stellen Sie sich vor, wie hilfreich es für Lernende wäre, wenn sie aussagekräftige Daten über ihr eigenes Lernverhalten erhalten würden. Indem Sie jedem einzelnen Mitarbeiter relevante und personenbezogene Lerndaten zur Verfügung stellen, werden Ihre Mitarbeiter zu Stakeholdern ihrer eigenen Lernerfahrung.

Zugänglichkeit und Kosteneffizienz

Dank Mobilgeräten, Cloud-Anwendungen und KI-Technologien können Sie die Ergebnisse Ihres Trainings ganz einfach sammeln und analysieren. Das Erzeugen, Speichern und Analysieren großer Datenmengen ist heute kein großer Kostenfaktor mehr. Allerdings müssen sie die Datenanalyse so einzusetzen, dass Ihre Mitarbeiter die Lerninhalte besser behalten.

Auf ganzer Linie überzeugend

Die objektiven und aussagekräftigen Daten, die Ihnen die Lernunterstützung liefert, können Sie als Nachweis für den Wert des Konzepts gegenüber Ihren Vorgesetzten nutzen. Das erleichtert die Genehmigung von Budgets für die Fort- und Weiterbildung ebenso wie den Ausbau Ihres Learning Reinforcement Plan.

Optimierte Inhalte

Ein Learning Reinforcement Plan wird stetig weiterentwickelt. Dabei spielen die die richtigen Messgrößen eine wichtige Rolle bei der kontinuierlichen Feineinstellung und Optimierung Ihres Plans. Die Messgrößen verraten Ihnen, an welchen Stellen Sie Ihr Konzept verändern sollten. So können Sie sowohl das anfängliche Schulungsmaterial optimieren als auch Ihre Lernunterstützungspläne und Abfragemethoden darauf abstimmen.

Messbare Lernunterstützung unterscheidet sich von herkömmlichen Trainingsmethoden

Haben Ihre Lernenden während der Schulung gut mitgearbeitet? Haben sie die Inhalte verstanden? Können sie das neue Wissen effektiv anwenden? Gelingt es ihnen, das Erlernte praktisch umzusetzen?

Lernunterstützungspläne unterscheiden sich grundlegend von herkömmlichen Schulungsprogrammen. Daher ist es nur logisch, dass ihre Ergebnisse auch anders gemessen werden.

Schulungsprogramme sind in der Regel in ein enges zeitliches Korsett geschnürt. Viele Schulungen dauern einen halben, einen ganzen oder drei Arbeitstage. Während der Schulung ist es schwierig, das Erlernte zu messen. Wenn, dann wird meist am Ende der Schulung getestet. Diese Messdaten sind wichtig, werden aber in der Regel dazu verwendet, das Lernprogramm für die nächste Lerngruppe anzupassen – nicht um das Programm der aktuellen Gruppe zu ändern. Lernunterstützungspläne hingegen erstrecken sich über mehrere Wochen. So bleibt genügend Zeit bleibt, den jeweiligen Plan nachzujustieren. Die folgenden Abfragepraktiken können Sie dynamisch anpassen, um die Lernerfahrungen des Einzelnen und der Gruppe zu personalisieren und verbessern.

Was messen Sie während der Lernunterstützung?

Unsere Erfahrung zeigt, dass die folgenden drei Kegrößen das Rückgrat eines jeden Learning Reinforcement Plan:

  1. Engagement der Lernenden
  2. Lernerfolg
  3. Langfristige Beherrschung des Erlernten

Um Ihre Lernunterstützungspläne maximal auszuschöpfen, werten Sie die Messdaten zweidimensional aus:

  • Individuelle Dimension: Wie ändern sich die Messgrößen jedes einzelnen Mitarbeiters im Laufe der Zeit?
  • Gruppen-Dimension: Wie ändern sich die Messgrößen jedes einzelnen Mitarbeiters im Vergleich zu den Mittelwerten der gesamten Gruppe, die am selben Learning Reinforcement Plan teilnimmt?

Engagement

Das Engagement des Lernenden wird über das Ausmaß definiert, in dem der Lernende während der gesamten Dauer des Learning Reinforcement Plan an Abfrageaktivitäten teilnimmt. Diese Messgröße ist von grundlegender Bedeutung, da sowohl das Lernergebnis als auch die langfristige Beherrschung des Erlernten davon abhängen: Ohne Engagement kein Erfolg und kein Beherrschen der Inhalte.

Die Häufigkeit der Anwendung und der für Abfragetätigkeiten investierte Zeitaufwand (idealerweise eine Mischung aus beiden Werten) sind die wichtigsten Indikatoren für das Engagement eines Lernenden. Auch wenn die Messung des Engagements eines Lernenden mit den im Lernunterstützungsplan empfohlenen Lernressourcen nur von sekundärer Bedeutung ist, kann dieser Wert dennoch nützlich sein.

Ein gut durchdachter Lernunterstützungsplan vergibt Punkte für praktische Übungen sowie zusätzliche Punkte für richtig beantwortete Praxisfragen. Auf diese Weise werden die Lernenden für ihr Engagement belohnt.

Lernerfolg

Der Lernerfolg wird durch die Ergebnisse des Lernenden im Rahmen von Tests und Ratespielen während des gesamten Lernunterstützungsplans definiert. Testergebnisse können für spielerische und wettkämpferische Designs herangezogen werden, um das Engagement und Interesse der Lernenden zu steigern. So können Sie beispielsweise Team-Ranglisten verwenden, um das Engagement der Lernenden im Rahmen der Lernunterstützung zu fördern. Das Ausmaß, in dem Sie sich für den Einsatz solch spielerischer Elemente entscheiden, hängt in erster Linie von Ihrer Branche und Firmenkultur ab.

Neben der Nutzung der Testergebnisse zur Steigerung des Engagements vermeidet ein gutes Lerndesign die Darstellung des Lernergebnisses als Erfolgskriterium. Es konzentriert sich vielmehr auf die Beherrschung der Materie durch den Lernenden – unabhängig von den Testergebnissen (siehe nachfolgende Abschnitte).

Zu den messbaren Lernerfolgen zählen:

  • Anzahl der richtig beantworteten Fragen
  • Gesamttestergebnisse
  • Anzahl der Award-Punkte
  • Ranglistenposition

Beherrschen der Lerninhalte

Ein Mitarbeiter beherrscht eine bestimmte Kompetenz, wenn er über ein umfassendes Wissen in diesem Kompetenzbereich verfügt. Für eine langfristige Beherrschung muss der Mitarbeiter seine Kenntnisse auf ausgewogene, also kompetenzübergreifende, und nachhaltige Art beweisen.

Dabei ist das Beherrschen eine binäre Messgröße. Entweder verfügt ein Mitarbeiter zu einem bestimmten Zeitpunkt über die gefragte Kompetenz oder nicht. Das Kriterium, das diese beiden Situationen voneinander trennt, wechselt je nach Branche und Thematik. So kann beispielsweise in einem Lernunterstützungsplan die richtige Beantwortung von zwei aufeinanderfolgenden Fragen bereits zum Erreichen des Lernziels führen, während in einem anderen Lernunterstützungsplan erst dann vom Beherrschen der Materie gesprochen wird, wenn drei von fünf Fragen innerhalb eines Zeitraums von zwei Wochen richtig beantwortet wurden.

Wie lässt sich also die Beherrschung einer Materie messen? Zunächst einmal muss jede Abfrage von Wissen in Ihrem Lernunterstützungsplan einem oder mehreren Kompetenzbereichen zugeordnet werden. Daraufhin wird gemessen, wie oft der Lernende Fragen zu einem bestimmten Kompetenzbereich über einen vorgegebenen Zeitraum richtig beantwortet. Mit Hilfe dieser Messdaten lässt sich bestimmen, welche Mitarbeiter einen bestimmten Kompetenzbereich beherrschen und wie viele dieser Mitarbeiter die erlernten Fähigkeiten auch langfristig anwenden.

Dabei sollte man nicht der Versuchung erliegen, die Testergebnisse (Ergebnismessgrößen) mit dem Beherrschen der Materie gleichzusetzen. Was bedeutet das? Wenn Sie beispielsweise eine Rangliste verwenden, vergeben Sie möglicherweise für jede falsche Antwort einen Minuspunkt. Aber es wäre nicht richtig, diesen Faktor für die Bemessung des Beherrschungsgrads mit einzubeziehen. Das folgende Beispiel erklärt, warum: Nehmen wir einmal an, dass Marie über einen Zeitraum von vier Wochen dreimal wöchentlich ihr Wissen abfragt. In den ersten beiden Wochen sind 80 Prozent ihrer Antworten falsch, was ihr zahlreiche Minuspunkte einbringt.

Doch in der dritten Woche sind nur noch 40 Prozent ihrer Antworten falsch und in der vierten Woche nur noch 5 Prozent! Das ist ein gutes Beispiel für das langfristige Beherrschen des Erlernten! Doch die Verteilung von Minuspunkten verzerrt diese Realität.

Das Messen des Beherrschens von Lerninhalten ist ein leistungsstarkes Instrument. Nutzen Sie diese Messdaten zur Optimierung Ihres Learning Reinforcement Plan. Konfrontieren Sie Ihre Mitarbeiter mit ihren persönlichen Messdaten oder den Mittelwerten ihrer Gruppe. Zeigen Sie den Lernenden, wie sich ihre Kenntnisse in unterschiedlichen Kompetenzbereichen während der Lernunterstützung geändert haben. Stellen Sie den Führungskräften die Messdaten ihrer Teammitglieder zur Verfügung, damit sie ein gezieltes Coaching vornehmen können.

Im Umgang mit den Messdaten haben Sie mehrere Optionen: Sie können die Lernenden selbst mit einbeziehen und ihnen zeigen, wie sich ihre Beherrschung der Lerninhalte im Laufe der Lernunterstützung entwickelt hat, oder Sie stellen die Messdaten nur den Führungskräften zur Verfügung. Das Beherrschen einer Materie bedeutet nicht, dass die Kenntnisse der Lernenden in diesem Kompetenzbereich nicht mehr abgefragt werden müssen. Ändern Sie einfach Ihren Learning Reinforcement Plan so, dass die Kompetenzen der Lernenden genau dann erneut abgefragt werden, wenn sie sie zu vergessen drohen. Um diesen Zeitpunkt zu bestimmen, berücksichtigen Sie auch, wie oft die Lernenden diese Kompetenzen bei ihrer täglichen Arbeit benötigen.

Lernunterstützung in Aktion

Nachdem Sie jetzt wissen, welche Messgrößen zur Gestaltung Ihres Learning Reinforcement Plan nötig sind, zeigen wir Ihnen nun, wie man diese Messgrößen zur gezielten Effizienzsteigerung einsetzt.

Die Messdaten zur Lernunterstützung helfen Ihnen zwar bei der Leistungsoptimierung, aber was Sie tatsächlich brauchen um Ihren Plan zu perfektionieren, sind belastbare A/B-Vergleichstests. Stellen Sie bei diesen immer sicher, dass Sie zu Beginn und am Ende des Lernunterstützungsplans die gleichen Benchmark-Tests zur Bestimmung des Wissensstands beider Gruppen verwenden.

Anfangsphase

Bilden Sie zur Einführung des Plans zwei Gruppen: Eine davon erhält einen Lernunterstützungsplan, die andere nicht. Dadurch erhalten sie unmittelbare Einblicke in die positive Wirkung des Learning Reinforcement Plan auf das Erinnerungsvermögen und die Fähigkeiten Ihrer Mitarbeiter. Das wird Ihnen helfen, die Führungskräfte zu überzeugen und mögliche Zweifel innerhalb Ihres Unternehmens zu zerstreuen.

Optimierungsphase

Nachdem sich Ihre Lernunterstützungspläne etabliert haben, können Sie unterschiedliche Versionen davon ausprobieren, um die Lerninhalte zu optimieren. Mehr dazu erfahren Sie in How to Create First-Rate Reinforcement Content.

Achten Sie beim Ausprobieren und Messen darauf, dass Sie jeweils immer nur einen Parameter verändern. Einige der wichtigsten Parameter, die Sie mit A/B-Vergleichstests optimieren können, sind:

  • Intervalle zwischen den Abfragen
  • In Abfragen verwendete Fragetypen: Wissensprüfung, Anwendungsfragen etc.
  • Anzahl der Fragen pro Abfrage
  • Art der Abfrage: Multiple-Choice-Fragen, offene Fragen, Flashcards etc.
  • Dauer des gesamten Lernunterstützungsplans
  • Anzahl der abgedeckten Kompetenzbereiche
  • Art und Zeitplanung für Feedback zu den Abfragen

So können Sie beispielsweise den Wissensstand von Gruppe A täglich und den von Gruppe B jeden zweiten Tag abfragen. Wenn die Mitglieder von Gruppe A ihre Materie besser beherrschen als die von Gruppe B, sind tägliche Abfragen effektiver. Nachdem Sie nun das optimale Zeitintervall bestimmt haben, können Sie einen weiteren Vergleichstest starten, um beispielsweise den optimalen Zeitpunkt für Feedback herauszufinden.

Die Möglichkeiten sind nahezu unbegrenzt. Schon nach wenigen Tests und Messungen werden Sie deutlich spürbare Veränderungen feststellen. Und vergessen Sie dabei nicht: Von den drei Kernmessgrößen der messbaren Lernunterstützung sollten Sie sich bei Ihren Vergleichstests auf das Engagement der Lernenden und die Beherrschung der Lerninhalte konzentrieren – und zwar in dieser Reihenfolge.

Jetzt sind Sie an der Reihe

Man kann gar nicht früh genug über messbare Lernunterstützung nachdenken. Ein guter, von intelligenten Messgrößen unterstützter Lernunterstützungsplan maximiert Ihre Rendite, verbessert das Erinnerungsvermögen der Lernenden und steigert die Leistung Ihres Unternehmens. Nehmen Sie sich Zeit für die sorgfältige Strukturierung und Bemessung Ihres Lernunterstützungsplans. So erhalten Sie Sie in Echtzeit konstante und aussagekräftige Daten, die Ihnen je nach Wunsch den Lernfortschritt jedes einzelnen Teilnehmers oder der verschiedenenen Gruppen anzeigen. So sind Sie in der Lage herauszufinden, was funktioniert und was nicht – und wissen, wie man bei Bedarf Abhilfe schaffen kann! Oder – wie es einer unserer Kunden auf den Punkt gebracht hat:

“Messbare Lernunterstützung macht den erfolgreichen Wissenstransfer zu einer genauen Wissenschaft.”